Start frei für Lenningen 2.0

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Das Lenninger Tal ist in der digitalen Welt angekommen: 22 Kilometer modernes Glasfaserkabel sorgen in den sieben Ortsteilen für deutlich verbesserte Internetanbindungen. Am Samstag nahm die Gemeinde ihr neues Breitbandnetz offiziell in Betrieb.

Lenningen. Ein groAYer roter Knopf im Kabelverzweigerkasten. Diesen Gag hatten sich BA?rgermeister Michael Schlecht und die Vertreter der Betreiberfirma Telsakom nicht nehmen lassen. Denn eigentlich sind hier und an den anderen 37 Knotenpunkten im gemeindeeigenen Glasfasernetz seit Ende Dezember lA�ngst alle neuen Verbindungen in Betrieb und sichern den Kunden des Anbieters seither Downloadgeschwindigkeiten bis zu 50 Megabits pro Minute.

Der Druck auf den A?berdimensionalen Knopf ist also ein rein symbolischer Akt, der dennoch einen wichtigen Moment in der Geschichte der FlA�chengemeinde markiert. Denn damit schlieAYt Lenningen die erste Etappe eines der wichtigsten Projekte zur Standortsicherung und WettbewerbsfA�higkeit ab, die in der Kommune je gestartet wurden.

Unter dem Slogan a�zWir gestalten Zukunfta�? schoben Gemeinderat und BA?rgermeister das Vorhaben 2011 an, die Internetbedingungen, insbesondere fA?r das Gewerbe am Standort Lenningen, in Eigenregie zu verbessern. a�zWir versuchen damit, das Versagen des Marktes zu korrigierena�?, spricht Schlecht dabei die Weigerung der groAYen Anbieter im Telekommunikationsbereich an, den lA�ndlichen Raum mit der Glasfasertechnik zu versorgen.

Von Anfang an hat die Gemeinde dabei nicht nur den Ausbau des Breitbandes im Blick: Zugleich bot die Kommune den Gewerbetreibenden an, sich die Glasfasertechnik direkt in den Betrieb zu holen. Damit sind nun beispielsweise Kopplungen an Rechenzentren in hoher QualitA�t mA�glich. Kai Seim vom PlanungsbA?ro Seim & Partner schildert die Vorteile, die sich daraus ergeben: a�zMitarbeiter einer Firma aus der Automobil-Zulieferbranche kA�nnen so online am 3-D-Modell des Kunden mitarbeiten.a�? Ein Pfund, das nicht viele Standorte in die Waagschale werfen kA�nnten.

Ein Projekt mit Modellcharakter ist das Lenninger Glasfasernetz nicht nur in dieser Hinsicht: Zu 70 Prozent fA?hren die Kabeltrassen durch Natur- und Wasserschutzgebiete. Eine besondere Herausforderung fA?r das PlanungsbA?ro, das in der rund dreijA�hrigen Planungs- und Bauzeit eng mit der Unteren NaturschutzbehA�rde zusammenarbeitete. a�zIch habe Tierarten kennengelernt, von denen ich vorher noch nie gehA�rt habea�?, gibt Seim zu. Minimalinversiv wurden die Kabel unter die Erde gebracht, Synergien dort genutzt, wo andere Tiefbauarbeiten anstanden. AuAYerdem stellten die GelA�nde-Bedingungen in der FlA�chengemeinde Baufirma und Planer vor Probleme.

Lenningen 2.0

Die Ehre, den roten Knopf zu drA?cken, A?berlieAY Schlecht Alexander Bonde. Der Minister fA?r LA�ndlichen Raum und Verbraucherschutz habe die Gemeinde in ihrem Vorhaben stets unterstA?tzt, bedankte sich der BA?rgermeister bei dem hohen Gast aus Stuttgart. Mit rund 741000 Euro hat das Land das 1,8 Millionen Euro teure Projekt gefA�rdert. Der Minister wA?rdigte Rathaus-Crew und Gemeinderat. Sie hA�tten sich der Aufgabe beherzt gestellt, allen BA?rgern den Zugang zu guten VerbindungsqualitA�ten zu erA�ffnen. Inzwischen, so Minister Alexander Bonde, habe Lenningen etliche Nachahmer gefunden und die FA�rdermittel im aktuellen Haushalt wurden verdreifacht. Neben den Gemeinden hat das Land dazu auch die Landkreise ins Boot geholt. a�zEs ist die richtige Antwort, die moderne Technologie in die FlA�che zu bringena�?, glaubt der GrA?nen-Politiker.

Quelle: teckbote.de / Foto: Nicole Mohn